Kontakt
logo

10. März 15

"Organizational Communication" statt Unternehmenskommunikation

Mit den grundlegenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft (zusammengefasst unter den Stichworten: Digitalisierung, Wissensarbeit, Globalisierung, Generationswechsel, Ende der Hierarchie) geht vor allem auch eine Veränderung der Kommunikation in Organisationen einher. Kommunikation ist nicht nur verfügbarer, transparenter und allgegenwärtig - Kommunikation ist selbst auch enthierarchisiert. Sie findet in den sozialen Netzwerken statt, ist nicht mehr von einer Position aus steuerbar und sie wird zur zentralen Ressource von Führung.

Boris Groysberg und Michael Slind haben dazu ein Modell von "Organizational Communication" entworfen, das sie der "Coporate Communication" gegenüber stellen (HBR, June 2012).

Coporate Communication entspricht der klassischen hierarchischen Vorstellung einer Organisation: die Information wird top-dowm weitergegeben, Nachrichten und Informationen werden veröffentlicht und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in dieser Form informiert, das Top-Management kontrolliert die Information, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konsumieren die Informationen und Nachrichten. Kommunikation in diesem Sinne ist reaktiv und geschieht ad hoc.

Organizational Communication hingegen ist persönlich und direkt, die Führungskräfte sprechen MIT den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und nicht zu ihnen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen aktiv teil an der Gesamtkommunikation und es gibt eine klare und bekannte Kommunikationsagenda. Schon an diesen kurzen Stichpunkten wird klar, dass für eine Organizational Communication ganz andere Anforderungen an Führungskräfte gestellt werden. Wir erleben heute in vielen Organisationen, das dies von Führungskräften erwartet wird, dass aber an vielen Stellen sowohl die Instrumente als auch die Kompetenzen dafür fehlen. Deshalb versuchen wir, sowohl in unseren Leadership Development Programmen als auch in unseren Beratungsprojekten, die "Kommunikation der Organisation" als wichtigen Bezugspunkt in den Fokus zu rücken.

Mehr zum Thema

  • 07. Juli 20 ─ Lesezeit: 5 Min.
    Caroline Kling
    Inga Pöhlsen-Wagner

    Virtuelle Krisenkommunikation: wie wir Vertrauen und Sicherheit vermitteln können. Navigieren durch die Veränderung

    Wenn wir über Kommunikationsanforderungen in der Krise sprechen, sollten wir uns immer zuerst…

  • 05. November 19 ─ Lesezeit: 1 Min.
    Maik Arensmann

    Episode 4: »Wie werden in der Selbstorganisation Entscheidungen getroffen?«

    Wie werden Entscheidungen getroffen? Diese Frage beschäftigt viele, die sich auf dem Weg in die…

  • 05. November 19 ─ Lesezeit: 1 Min.
    Dr. Heiko Hilse

    Episode 6: »Selbstorganisation in der Beratung - Welche Experimente gibt es in der osb international?«

    Wir haben Selbstorganisation im Experiment für unsere eigene Organisation ausprobiert. Von unseren…

  • 10. Dezember 19 ─ Lesezeit: 2 Min.
    Dr. Hellmut Santer
    Univ. Prof. Dr. Rudolf Wimmer
    Dr. Christiane Müller

    Gruppendynamik - die Kunst, emotionale Intelligenz zu mobilisieren

    Daniel Goleman hat die Dimensionen "emotionaler Kompetenz" in vier Feldern beschrieben:…