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27. September 13

Höher, weiter – und morgen vorbei? Disruptive Innovation wirbelt Märkte und Branchen durcheinander

Anfang September sorgte der Verkauf des Kerngeschäfts von Nokia für einen schwachen Preis von 5,4 Mrd. Euro an Microsoft über die Wirtschaftspresse hinaus für Schlagzeilen. Im Jahr 2000 hatte die Company einen Börsenwert von 304 Mrd. Euro. Nokia reiht sich damit ein in die Riege der ehemaligen Weltmarktführer, die entweder zugrunde gehen oder sich von ihrem Kerngeschäft verabschieden müssen. Kodak, Sony, Dell und Yahoo sind nur die bekanntesten Unternehmen, auf die dies zutrifft.

Die jüngere Wirtschaftsgeschichte ist voll von Beispielen für ein Phänomen, welches Clayton Christensen als „The Innovator’s Dilemma“ bezeichnet. Christensen zeigt auf, dass nicht nur Produkte einen Lebenszyklus haben, sondern auch Unternehmen, Branchen und vor allem Strategien. Das Dilemma eines Kodak oder auch von Sony bestand darin, dass die Führung lieber ihr Erfolgsprodukt und Geschäftsmodell bis zuletzt verteidigt, statt sich einer neuen (riskanten und mühevollen) Herausforderung zu stellen. So verschläft Kodak den Siegeszug der Digitalkameras und Sony verpasst die Entwicklung zum mobilen Internet.

Man könnte auch sagen: Erfolg ist der Feind des Wandels. Denn der große und oftmals langjährige Erfolg mündet in einer Selbstsicherheit und in einem Gefühl von Stabilität, welches in digitalen Zeiten vollkommen fehl am Platz ist. Die digitale Revolution bringt ein Tempo der Veränderung ins Spiel, welches etablierte Unternehmen fast grundsätzlich nicht mitgehen können. Es sind junge technologiegetriebene Unternehmen, die die Spielregeln der Branchen in Frage stellen. Sie kommen von unten, scheinbar aus dem Nichts, und greifen die Marktführer an. Mit Erfolg. Hinter dem Erfolg verbirgt sich nach Christensen das Konzept der disruptiven Innovation.

Wie schafft man es als Weltmarktführer bzw. als etabliertes Unternehmen, sich von einer stärker an nachhaltiger Innovation orientierten Vorgehensweise zu verabschieden und sich auf die Seite der disruptiven Innovation zu stellen? Wie schützt man sich vor einem Wettbewerber, der möglicherweise noch gar nicht als solcher erkennbar ist? Wir schlagen eine Auseinandersetzung mit den Erfolgsmodellen technologiebasierter Startups vor.

Und übrigens: Mit den Herausforderungen stark wachsender Technologieunternehmen beschäftigen wir uns im Rahmen unseres osb-i Dialogs in Berlin am 12. November.

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