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17. Juni 13

Strategie! ...was ist das eigentlich? (Forts.)

Heute möchte meine im April an dieser Stelle unterbrochenen Überlegungen darüber fortsetzen, was eigentlich Strategie ist*.

Im Zuge der Annäherung an eine Antwort auf die gestellte Frage könnte es hilfreich sein, zurück zu gehen zu frühen schriftlichen Aufzeichnungen über das Strategische. So werden die Werke herausragender Militärstrategen regelmäßig für ein Nachdenken über Strategien in ökonomischen Kontexten herangezogen. Insbesondere Sunzi („Die Kunst des Krieges“ 500 v. Chr.) und Carl v. Clausewitz („Vom Kriege“ 1832) werden ebenso gerne wie häufig vor versammelter Mitarbeiterschaft zitiert. Die Begründung für die Popularität dieser Werke liegt in der Annahme einer gleichen Denkmethodik in Militär- und Unternehmensstrategie. Denn die Unterscheidung des Ziels (der Gewinn der Schlacht) und der zur Zielerreichung eingesetzten Mittel und Wege ist bis heute in der Unternehmensstrategie von wesentlicher Bedeutung.

Ein solches, als „klassisch“ zu bezeichnendes Strategieverständnis verfügt über ein sehr klares Bild davon, wo und wie Strategie im Unternehmen gemacht wird: An der Spitze des Unternehmens. Die herausragende Rolle der gestaltenden Führungskraft lässt sich klar auf Clausewitz zurückführen. Sowohl der Militärstratege als auch der international agierende Konzernlenker verfolgen in diesem Strategieverständnis einen Plan, zu dessen Umsetzung die Führungskraft als starke Persönlichkeit die Spielregeln festlegt – während sie selbst außerhalb dieser Regeln agiert.

Die Kritik an diesem historisch von der Kriegsführung inspirierten Begriff der „Strategie als Plan“ ist weit verbreitet. Mann könnte sagen, sie hat bereits ihre eigene Tradition. Im Kern dreht sich diese Kritik darum, dass ein solcher Strategiebegriff einem zu trivialen Bild von rational steuerbaren Unternehmen entspringt, welches der heutigen Realität nicht angemessen ist.

Was denken Sie dazu? Und welches Strategieverständnis begegnet Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag?

*ausführlich nachlesen können Sie meine Überlegungen zu dem oben genannten Thema in Glatzel, K. (2012), S. 124 - 136

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