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25. März 25

Wirksamkeit von Nachhaltigkeitsstrategien – Zeit für einen Boxenstopp!?

Viele Unternehmen – ob groß oder klein – haben in den vergangenen Jahren eigene Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt. Manche aus tiefster Überzeugung, andere primär aufgrund regulatorischer Anforderungen, wie etwa der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive). In diesem Zusammenhang stellen sich uns zwei zentrale Fragen:

  1. Zeigen die Nachhaltigkeitsstrategien bereits Wirkung in den relevanten Kennzahlen?
  2. Ist "nachhaltiger werden" bereits Teil der Unternehmenskultur?

Die Antworten unserer Kundinnen und Kunden auf diese Fragen fallen sehr unterschiedlich aus. Deshalb sind wir überzeugt: Es braucht einen Boxenstopp, um Ambition und Realität abzugleichen. Die Metapher aus dem Rennsport ist hier bewusst gewählt: Ein gezieltes Innehalten ermöglicht Optimierung, Teamabstimmung und strategische Nachjustierung, um danach umso effizienter und schneller ans Ziel zu gelangen – genau das, was viele Nachhaltigkeitsstrategien aktuell benötigen.

1. Nachhaltigkeit als reine Reporting-Verpflichtung

Unternehmen stehen vor einer Vielzahl regulatorischer Vorgaben, darunter CSRD, die EU-Taxonomie oder die GRI (Global Reporting Initiative). Diese Standards haben ein zentrales Ziel: Transparenz durch ein einheitliches Reporting in den Bereichen Umwelt (E), Soziales (S) und Unternehmensführung (G).

Nachhaltigkeitsstrategien mit klaren Zielen und Maßnahmen werden zunehmend essenziell für das Reporting. Besonders Unternehmen, die eine Zertifizierung anstreben – beispielsweise durch die Science Based Targets Initiative (SBTI) – kommen um ambitionierte Nachhaltigkeitsziele nicht herum.

Doch der Umsetzungsaufwand der Reporting-Anforderungen wurde vielerorts unterschätzt. Mittlerweile liefern die Systeme regelmäßig Soll-Ist-Vergleiche und schaffen Transparenz – aber oft liegt der Fokus auf der reinen Berichtspflicht, nicht auf der Umsetzung konkreter Maßnahmen zur tatsächlichen Transformation. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele der geplanten Verbesserungen in Sachen Nachhaltigkeit bisher (noch) nicht eingetreten sind.

Unsere Empfehlung:

Nachhaltigkeit ausschließlich als Reportingverpflichtung zu betrachten, entfaltet keine Dynamik in Veränderungsprozessen – im Gegenteil. Statt einer positiven Entwicklung entsteht Widerstand gegen die als "zusätzliche Mehrarbeit" empfundenen Aufgaben.

Ein gezielter Boxenstopp kann hier durch den Einsatz der richtigen Werkzeuge helfen, die Weichen neu zu stellen, z.B. durch:

✔ realistische Bestandsaufnahme

✔ transparente Wirkungsanalyse

✔ nüchterne Gap-Analyse

✔ konsequente Nachjustierung der Maßnahmen

So kann Nachhaltigkeit von einer bloßen Berichtspflicht hin zu einer echten strategischen Initiative entwickelt werden.

2. Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmenskultur

Unsere Erfahrung zeigt, dass neue Themen wie Digitalisierung, Diversity oder Compliance zunächst oft mit eigenständigen Strategien bearbeitet werden – getrennt von der Unternehmensstrategie und häufig gesteuert von spezialisierten Organisationseinheiten. Dies erleichtert zwar anfangs das Monitoring der Maßnahmen, führt jedoch selten zu einer tiefgehenden Einbindung in den unternehmerischen Alltag.

In weiterer Folge stellen viele Organisationen aktuell fest, dass sie zwar über funktionierende Strategie- und Reportingprozesse zur Nachhaltigkeit verfügen, jedoch deren Verankerung in der Belegschaft, in den Geschäftsfeldstrategien und insbesondere im Führungsalltag unzureichend ist. Einhergehend beobachten wir unterschiedliche Haltungen innerhalb der Organisation: Während einige in Nachhaltigkeit vor allem eine strategische Chance sehen, nehmen andere vorrangig die damit verbundenen Herausforderungen wie den bürokratischen Aufwand und den unklaren unternehmerischen Mehrwert wahr.

Unsere Empfehlung:

Nachhaltigkeit sollte nicht als statisches Endziel betrachtet werden, sondern als fortlaufender Entwicklungsprozess. In diesem Kontext gilt besonders: Der Weg ist das Ziel. Ein schrittweiser Ansatz – jedes Jahr ein Stück nachhaltiger zu werden – ist realistisch und kann die Akzeptanz innerhalb der Organisation fördern.

Ein gezielter Boxenstopp kann als entscheidender Impulsgeber dienen. Durch eine gemeinsame Bestandsaufnahme, eine realistische Einschätzung der Chancen und Risiken, sowie die klare Definition des Ambitionsniveaus entsteht eine breitere Basis für die weitere Entwicklung und eine gemeinsame Ausrichtung im Führungskreis.

Damit der Boxenstopp seine volle Wirkung entfaltet, muss er über die strategische Ebene hinausgehen und die dauerhafte Verankerung im Unternehmen aktiv unterstützen. Dazu gehört, Nachhaltigkeit gezielt in die Führungsarbeit, operative Prozesse und tägliche Entscheidungen zu integrieren. Sie sollte nicht als zusätzliche Anforderung wahrgenommen werden, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des unternehmerischen Handelns. Erst wenn Nachhaltigkeit fest in Strukturen, Verantwortlichkeiten und der Unternehmenskultur verankert ist, kann sie langfristig Wirkung erzielen.

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