16. Dezember 25
"Vom Silo zur Kollaboration" – osb international mit Keynote auf der Tagung Verwaltung der Zukunft des Kantons Zürich
Am 20. November 2025 lud die Staatskanzlei des Kantons Zürich zur zweiten Ausgabe der Tagung "Verwaltung der Zukunft" ins Rathaus Hard ein. Im Zentrum stand die Frage, wie Verwaltung angesichts technologischer, gesellschaftlicher und struktureller Veränderungen zukunftsfähig gestaltet werden kann – mit Impulsen aus Wissenschaft, Beratung und Innovationspraxis.
Impulse zum Auftakt
Nach der Begrüßung durch Staatsschreiberin Dr. Kathrin Arioli eröffnete Prof. Dr. Adrian Ritz von der Universität Bern den fachlichen Teil mit einer Einordnung, wohin sich die öffentliche Verwaltung in den kommenden Jahren entwickeln könnte.
Daran anschließend setzte der Impuls "Vom Silo zur Kollaboration" von Frank von der Reith (Vorstand und Senior-Partner der osb-i) wichtige Akzente für die Weiterentwicklung staatlicher Organisationen zu zentralen Thesen aus dem Buch Collaborative Organization (Haufe-Verlag 2025, Hrsg.: Dr. Katrin Glatzel und Dr. Tania Lieckweg):
- Warum vernetzte Formen der Zusammenarbeit künftig unverzichtbar werden.
- Wie Kollaboration und Hierarchie neu austariert werden können.
- Welche Bedeutung Entscheidungsräume und Vertrauen für eine Verwaltung im Wandel haben.
Dialogrunden: Zukunft gemeinsam denken
Die Teilnehmenden arbeiteten in zwei interaktiven Dialogblöcken zu zentralen Zukunftsfragen, wie sie in den Veranstaltungsunterlagen skizziert sind:
Dialogrunde 1 widmete sich insbesondere
– dem Mehrwert kollaborativer Ansätze für Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung,
– sowie der Frage, wie Verwaltungen im Spannungsfeld zwischen Verfahren, Geschwindigkeit und technologischer Entwicklung handlungsfähig bleiben können.
Dialogrunde 2 fokussierte
– die Prioritäten aus Verwaltungssicht,
– mögliche mittelfristige Maßnahmen,
– und konkrete Ziele für die Weiterentwicklung der öffentlichen Verwaltung.
Die Dialoggruppen boten Raum für kontroverse Diskussionen – insbesondere zur Polarität zwischen Kollaboration und Hierarchie und der Frage, wie viel Entscheidungsspielraum künftig in Netzwerken liegen kann.
Podiumsgespräch: Anforderungen und Umsetzbarkeit
Zusammengeführt wurde alles im Podiumsgespräch "Die Verwaltung der Zukunft – Anforderungen und Umsetzbarkeit", moderiert von Dr. Kathrin Arioli. Auf dem Podium diskutierten:
– Prof. Dr. Adrian Ritz (Universität Bern),
– Frank von der Reith (osb international),
– Senem Wicki (Zukunftsforscherin von Kühne Wicki),
– Cécile Schluep (Staatslabor ).
Die Diskussion beleuchtete unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, Beratung, Zukunftsforschung und dem Staatslabor und zeigte Praxiseinblicke, wie Verwaltungen Innovationsfähigkeit stärken und gleichzeitig Vertrauen bei ihren Anspruchsgruppen sichern können. In den Beiträgen wurde deutlich:
- Kollaboration wird nicht als "Nice-to-have" betrachtet, sondern als notwendige Antwort auf steigende Komplexität.
- Kollaboration ist nicht Ersatz, sondern Erweiterung von Hierarchie – und verlangt neue Formen der Verantwortungszuschreibung.
- Vertrauen wird zum zentralen Steuerungsmechanismus in vernetzten Verwaltungsrealitäten.
Ein inspirierender Tag für die Verwaltungsentwicklung des Kantons Zürich
Mit Blitzlichtern der Dialoggruppen und einem gemeinsamen Apéro endete eine Veranstaltung, die eindrücklich zeigte, wie groß das Interesse an wirksamen, kollaborativen Organisationsformen im öffentlichen Sektor ist – und wie wichtig der kontinuierliche Dialog zwischen Praxis, Wissenschaft und Verwaltung bleibt.
Ein herzlicher Dank gilt der Staatskanzlei des Kantons Zürich für die präzise Orchestrierung und die Einladung zu einem Dialog, der weit über den Tag hinauswirken wird.