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16. September 13

Tun wir mal so als ob! Simulation als zentrales Change Tool

Meine Kinder haben, als sie noch klein waren mit großer Freude „... so getan als ob ...“. Dabei haben sie mit ihren Freunden, „Räuber und Polizei“ (heute vielleicht eher Hacker und Geheimdienst), „Schule“ oder „Spiderman“ gespielt. Sie waren Helden, hatten Superkräfte und waren dazu in der Lage die schwierigsten Probleme zu lösen. In geschützter Umgebung und voller Hingabe haben die Kinder ausprobiert wie sich andere Sichtweisen anfühlen, wie die angenommene Rolle bei den Mitspielern ankommt und wie sich Situationen entwickeln können wenn die Dynamik sich frei entfalten kann.

Wie kommt es dass wir Erwachsenen das nicht mehr tun? Wir sagen: „Das ist doch albern.“ oder „Wir wollen hier ernsthaft arbeiten und nicht so-tun-als-ob!“.
Vor einigen Jahren habe ich bei der deutschen Dependance eines internationalen Konzerns beim Re-Design der Businessprozesse mitgewirkt. Im Fortschreiten der Ausarbeitung habe ich beobachtet, dass der Wunsch nach DEM perfekten Prozess sich im Soll-Design Bahn brach. Es entstand ein beeindruckendes Werk das jedem Business-Bingo ☺ zur Ehre gereicht hätte.

Die Herausforderung lag nun darin, die Praxistauglichkeit und die Zukunftsfähigkeit der Prozesse vor dem go-live zu testen. Der Vorstand fand die Idee die Prozesse zu simulieren motivierend und innovativ und stimmte zu. Wir haben dann auch tatsächlich die Prozesse mit allen Beteiligten und „Beobachtern“ in geleiteter Art und Weise durchgespielt.

Prozesse in eine bestehende Aufbau-organisation zu integrieren ist eine beträchtliche Herausforderung für jedes Projekt. Es kracht an jeder Ecke: Wie viel Entscheidungskompetenz soll in den Prozess übergehen? Wie werden Priorisierungsüberschneidungen zwischen Linie und Prozess geregelt? Aus der Change Perspektive kombiniert eine spielerische Herangehendweise durch eine Prozesssimulation gleich mehrere Ebenen miteinander. Zum Beispiel sehen Führungskräfte die Überschneidungen zwischen Linie und Prozess und Mitarbeiter können ihre neuen Rollen „ausprobieren“ und das Projekt sieht, wo Theorie und Praxis noch nicht miteinander einher gehen.

Aus den vielen Simulationen die wir seither in unterschiedlichen Organisationen durchgeführt haben, habe ich mit Freude festgestellt, dass Erwachsene mit viel Spielfreude, hoher Konzentration und großer Kenntnis, die organisationalen Grenzen und Möglichkeiten ausloten und dadurch realistischere und praxistauglichere Prozesse erschaffen.

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