21. Juli 26
Ein Gespräch mit Rudolf Wimmer über OE-Beratung und humanistische Ansätze
Niklas Luhmanns Organisationstheorie ist für Robin Taylors Zunft eine Zumutung. Sie legt nahe, dass Organisationen sich selbst reproduzieren, dass sie Interventionen von außen nach eigener Logik verarbeiten statt sie umzusetzen, und dass Beratung strukturell eher Irritation ist als Steuerung. Wer sein Geld damit verdient, Organisationen zu verändern, sollte an dieser Stelle kurz Niklas Luhmanns Organisationstheorie ist für Beraterinnen und Berater unbequem. Sie legt nahe, dass Organisationen sich selbst reproduzieren, dass sie Interventionen von außen nach eigener Logik verarbeiten statt sie umzusetzen, und dass Beratung eher Irritation ist als Steuerung. Wer wie Robin Taylor davon lebt, Organisationen bei Veränderung zu begleiten, liest das nicht ganz ohne Unbehagen.
Für dieses gefilmte Gespräch hat Robin Taylor, Rudolf Wimmer getroffen, einen der Begründer der systemischen Organisationsberatung im deutschsprachigen Raum. Wimmer hat die Beratergruppe osb in Wien mitgegründet, lehrte als Professor für Führung und Organisation an der Universität Witten/Herdecke und hat mit "Organisation und Beratung" eines der prägenden Bücher genau des Feldes geschrieben, in dem ich selbst arbeite.
Der erste Teil des Gesprächs gehört der unbequemen Theorie selbst. Viele, die sich auf Systemtheorie berufen, ziehen daraus erstaunlich komfortable Schlüsse, das Etikett systemisch ist verbreiteter als seine Konsequenz. Robin Taylor wollte deshalb von ihm wissen, was eine konsequent systemtheoretische Sicht für das bedeutet, was wir als OE-Berater tatsächlich tun und bewirken. Sich eingeschlossen.
In der zweiten Hälfte wurde es persönlich. Robin Taylor von seinem eher eklektischen Ansatz erzählt, von seiner humanistischen Orientierung, und davon, dass ihm aus dem Theorieangebot nie etwas so zugesagt hat, dass sich seine Arbeitspraxis komplett danach ausrichten wollte. Wimmer hielt vehement dagegen und vertrat die Konsequenz des systemischen Ansatzes. Daraus ist genau die Art von Streitgespräch entstanden, für die Robin Taylor dieses Format liebt.
Ein Gespräch über eine Theorie, die seiner Zunft den Spiegel vorhält, und über die Frage, ob gute Beratung eine Schule braucht oder eine Haltung.
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Mehr Infos: www.robin-taylor.de