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12. Januar 17

Zur Steuerungslogik einer Konzernzentrale

In meiner Beratungspraxis bin ich immer wieder mit der Frage nach der Ausgestaltung einer Konzernzentrale konfrontiert. Denn wenn man sich mit der Gestaltung einer Holding einer Unternehmensgruppe beschäftigt, stellen andere Gestaltungsfragen als bei einer abgegrenzten Geschäftsstrategie. Vor jeder Ausgestaltung steht die Grundsatzfrage nach der Steuerungslogik der Holding.

Goold/Campell haben dazu ein anregendes Modell entwickelt, das einige alternative Steuerungsmodelle auf den Punkt bringen: 

 

 

  • Die Holding als Stratege (Strategische Planung): In diesem Grundverständnis versteht sich die Holding als Entwickler und Entscheider der Strategien des Gesamtunternehmens – aber auch ihrer Teilunternehmen.

  • Die Holding als strategischer Steuerer: In dieser Ausprägung versteht sich eine Konzernzentrale als "strategischer Controller". Sie monitort im Detail die Ergebnisse der Töchterstrategien und gibt Hinweise für Anpassungen bzw. Umsteuerungen (etwa die Ausrichtung der Töchter und das Gesamtportfolio, ein Hinterfragen der finanziellen Planung, die Anregung von Synergien).

  • Die Holding als finanzieller Steuerer (Finanzielle Steuerung): In dieser Variante definiert sich die Holding als "finanzieller Controller" der finanziellen Ergebnisse und KPI's der Subsysteme (Festlegung der zentralen finanziellen Ziele, Hinterfragung der finanziellen Planung, Anregungen zur Hebung von Synergien sind Aufgaben einer Unternehmenszentrale in diesem Selbstverständnis).

  • Zentralisierte Steuerung: Die Konzernzentrale nimmt sowohl bei der Ausgestaltung der strategischen Ausrichtung, bei der Initiierung und Überprüfung der strategischen Umsetzungsvorhaben und Verbesserungsinitiativen als auch bei der Kontrolle der finanziellen Ergebnisse eine Schlüsselfunktion wahr. Es ist dies eine deutlich stärker gestaltende und überprüfende Rolle als bei den anderen oben skizzierten Modellen.

  • Die Holding als Rahmensetzer: In diesem Selbstverständnis gibt die Holding – wenn überhaupt – einen groben Rahmen vor und überlässt die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung den dezentralen Einheiten.


 

Diese Grundmodelle helfen, über Alternativen auf einer hohen "Flughöhe" zu reflektieren und Anregungen für eine Grundentscheidung zu bekommen.

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