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21. Juli 13

Strategien für turbulente Zeiten

Seit Etablierung des Strategischen Managements als gleichermaßen wissenschaftlicher Disziplin wie auch praktischer Funktion in Unternehmen ist klar: Die Arbeit an der Strategie dreht sich um den Aufbau und die Sicherung eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils. Erklärtes Ziel der Unternehmen muss es sein, in ihrer Branche eine Position einzunehmen, aus der heraus es gelingt, den Wettbewerb auf lange Sicht zu überholen.

Allerdings zeigt sich, nicht erst in den letzten Jahren und doch mit zunehmender Deutlichkeit, dass die Wettbewerbsvorteile, die sich Unternehmen in ihrer Branche erarbeiten eine zunehmend kurze Verfallsdauer haben. Digitale Revolution, Globalisierung, sinkende Markteintrittsbarrieren, die Stichworte mit denen das immer gleiche Phänomen der zunehmend turbulenten Umwelten beschrieben wird, sind bestens bekannt. In turbulenten Zeiten ist es für Unternehmen nicht sonderlich sinnvoll, sich monatelang in einen groß und breit angelegten Prozess der Strategieentwicklung zu begeben, um die EINE richtige langfristige Unternehmensstrategie zu entwerfen und fein zu schleifen, welche das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft tragen soll.

Vielmehr, so Rita Gunther McGrath (Columbia Business School) in der aktuellen Ausgabe von HBR, wird es künftig darum gehen, sich von der für die heutigen Verhältnisse kontraproduktiven Orientierung an nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen zu verabschieden – und sich um vorübergehende, durchaus flüchtige, ja wellenförmige Vorteile zu bemühen. Wohl wissend, dass die nächste technologische Entwicklung wieder neue Potenziale bergen wird... Solche, als „transient advantages“ bezeichnete Wettbewerbsvorteile werden ebenso schnell erworben wie sie dann von einer neuen Welle der Entwicklung abgelöst werden.

Die Orientierung an vorübergehenden Wettbewerbsvorteilen verlangt nach einem Umdenken in der strategischen Arbeit in Unternehmen. Sowohl die Tools der Wahl werden andere sein – als auch die Taktung der strategischen Zyklen. Flexibler, iterativer, experimenteller, schneller und noch stärker lernorientiert wird die Strategiearbeit der Zukunft sein. Wie sieht das strategische Workbook künftig aus? Wie gehen Sie mit diesem Trend in Ihrem Unternehmen um?

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