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16. September 14

Organisation ist Kooperation - gemeinsam den Fokus für das Wesentliche wahren

Schaut man sich ein wenig um in der aktuellen Führungsliteratur, kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass Organisationen jedweder Couleur heute einer wachsenden Gefahr ausgesetzt sind: der Bedrohung der Unführbarkeit.

Steigende Komplexität, unzureichende Reflexionsmöglichkeiten, die zunehmende Verflüssigung einstmals stabiler Strukturen, eine nicht beherrschbare Datenflut – das sind nur einige der Charakteristika vor deren Hintergrund Organisationen ihre Zukunft heute gestalten. Einst klare Definitionen, wie die für Arbeitszeit und –ort, lang nicht mehr. Organisationen nehmen virtuelle Formen an, bzw. werden in der Virtualität groß,entwickeln netzwerkförmige Strukturen, deren Grenzen kaum zu ziehen sind.Geschwindigkeit ist der entscheidende Wettbewerbsfaktor.

Dort, wo noch mit den Mechanismen des 20. Jahrhunderts geführt wird, wo Führung als Delegation von Aufgaben in klaren Hierarchien verstanden wird, kann der Fokus für das Wesentliche nicht mehr aufrecht erhalten werden. Denn dort ist Führung noch auf die Fähigkeiten und das Wissen weniger Führungskräfte angewiesen.

Es braucht eine neue Idee von Führung - oder, wie Priddat (2010) schreibt: es braucht ein Interface-Management. Damit ist gemeint, dass es heute nicht mehr darum geht, eine Organisation zu führen. Es geht vielmehr darum, Schnittstellen zu managen, um permanente Kommunikations- und Anschlussmöglichkeiten zu schaffen. Führung heute wird sich messen lassen müssen daran, ob es ihr gelingt, netzwerkförmige Organisationen auf Kooperation und Absprache einzustellen.

Der Kommunikationsaufwand, der hierbei anfällt, ist immens. Die Weiterentwicklung der Kommunikationsmöglichkeiten ist es ebenfalls – diese gilt es, intelligent zu nutzen. Führung heute ist ein „diplomatischer Beobachter von teil-selbständigen Prozessen, die sie by objective rekoordinieren. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Mitarbeiter zu relativ selbständiger Aufgabenerledigung zu bringen, damit sie von der unmittelbaren Führung entlastet sind und sich auf strategische Projekte konzentrieren können.“ (Priddat 2010).

Den Fokus für das Wesentliche wahren dabei im Wesentlichen die Mitarbeiter. Führung sollte sie nicht daran hindern.

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