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14. Mai 13

Die Wurzeln des Erfolges

Genau 23 Jahre sind vergangen seit C.K. Prahalad und Gary Hamel im Mai 1990 ihr berühmtes Konzept von den Kernkompetenzen in der der Harvard Business Reviewvorgestellt haben. Doch nicht etwa die Tatsache dieses etwas unrunden Jubiläums lässt mich darüber nachdenken, welche Bedeutung der Kernkompetenz-Ansatz für meine Arbeit hat - sondern ein Waldlauf auf den Ölberg bei Königswinter. Der Weg führt vorbei an einem hoch beeindruckenden Wurzelwerk, welches sich mir als Läuferin offenbart. Warum bin ich von diesen offen liegenden Wurzeln so beeindruckt? Nun, sie erschienen mir groß, weit verzweigt, stark und fast schon unverhältnismäßig im Vergleich mit dem doch recht schlanken Stamm, der daraus erwächst...

In der gemeinsamen Strategiearbeit mit Führungsteams stelle ich immer wieder fest, dass die gezielte Auseinandersetzung mit den Wurzeln des Erfolges eine ganz eigene "Erfolgsstory" darstellt. Viele der Aufgaben und Prozessschritte, die in der Analysephase der Strategieentwicklung zu erledigen sind, fühlen sich für die Beteiligten wie eine eher unangenehme Pflichtübung an. Schwerfällig, manchmal an Hausaufgaben erinnernd, setzt sich das Managementteam mit der Dynamik der Branche und des Wettbewerbs, den relevanten Zukunftstrends und den eigenen Kunden auseinander. Kommt man aber als Beraterin im Rahmen der Strategieagenda auf das Modell der Kernkompetenzen zu sprechen, ist einem die volle Aufmerksamkeit und Motivation des Führungsteams gewiss! 

Woran das liegt, kann ich nur vermuten. So handelt es sich offensichtlich bei den Wurzeln des Erfolges um eine Beschäftigung mit den eigenen Stärken. Wer wäre da nicht mit dabei! Hinzu kommt aber, so meine Vermutung, ein zweiter nicht minder wichtiger Aspekt: Gerade in Zeiten turbulenter Entwicklungen und hoch volatiler Märkte bewirkt die Erarbeitung von Kernkompetenzen eine eigenartige Beruhigung. Wie die Wurzeln des Baumes, den ich auf meinem Lauf passiere liegen sie üblicherweise im Dunkeln. Sie zu Heben erfordert eine Beschäftigung mit der eigenen Geschichte, eine konzentrierte und ruhige Auseinandersetzung mit dem, was das Unternehmen in der Vergangenheit geprägt und stark gemacht hat - und genau deshalb die Basis für eine erfolgreiche Zukunft darstellt. Das beruhigt ungemein. Es stabilisert und es führt zu einer optimistischen Grundhaltung, mit der die nächsten anstrengenden Schritte in der Strategieentwicklung gegangen werden können. 

Auf der Liste meiner Lieblings-Werkzeuge in der Strategieentwicklung steht das Modell der Core Competency von Hamel und Prahalad deshalb auch über 23 Jahre nach seiner Entwicklung ganz weit oben!

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