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Steuerung im Dialog

18.08.2017

Eine Holding erweitert ihre Möglichkeiten der Einflussnahme

Was sind neben technischen und Finanzdaten weitere wichtige Indikatoren für Erfolg, wodurch zeichnet sich eine wechselseitig befruchtende Beziehung zwischen Holding und Tochterunternehmen aus? An Zahlen, Daten und Fakten über die Tochtergesellschaften mangelte es der HGDF Familienholding* aus Flensburg nicht.

Trotz reichhaltiger Informationen z.B. mittels Präsentationen mit hunderten von detailreichen Folien, hielt sich in der Geschäftsführung das Gefühl, von relevanten Entwicklungen der Töchter zu wenig mitzubekommen. In einem dialogorientierten Prozess mit der osb-i bearbeitete die Holding Fragen ihres Selbstverständnisses: Welche Rolle will sie zwischen Hands-Off-Owner und Hands-On-Manager einnehmen? Es galt, den Rahmen neu zu denken, in dem die Steuerung zwischen Holding und jedem Tochterunternehmen neu gestaltet wird.

Zu Beginn des Beratungsprozesses setzte sich die Familienholding mit ihren eigenen Ansprüchen an Unternehmenssteuerung auseinander, indem sie das Verfahren auf sich selbst anwendete, bevor es mit den Tochterunternehmen durchgeführt wurde.

»Mit Hilfe des Steuerungsdialogs konnten wir den Töchtern gegenüber deutlicher markieren, welche Rolle wir als Holding einnehmen wollen.« (Andreas Dethleffsen)

Das Vorgehen der Steuerung im Dialog basiert auf den Überzeugungen der Familienholding als Eigentümer, dass ...

... unternehmerisch agierende Tochterunternehmen sich langfristig am besten entwickeln und so der Holding am meisten nutzen.

... strategische Ausrichtungen direkt aus der Verantwortung heraus definiert werden sollten.

 ... eine unternehmerisch verantwortliche Geschäftsführung ein "Gegengewicht" durch die Sicht der Holding auf das Tochterunternehmen braucht, ohne es als Bevormundung zu erleben.

 ... ein Höchstmaß an "Augenhöhe" zwischen Holding als Eigentümer und Tochterunternehmen langfristig den größten unternehmerischen Erfolg bringt.

Der Diskurs orientiert sich an den Feldern des Business Modell Canvas. In dieser "Arena" werden die Sichtweisen von Familienholding und Tochterunternehmen ausgetauscht, an Übereinstimmungen und Differenzen im Selbst- und Fremdbild gearbeitet.

Der Lernerfolg liegt für beide Seiten darin, die Markteinschätzungen, Unternehmensbeschreibungen und Handlungskonsequenzen aufeinander abzustimmen. Wechselseitiger Nutzen entsteht in den Gesprächen durch gegenseitiges Verständnis und die Erkenntnisse, an welcher Stelle Unterstützung für die Umsetzung gemeinsamer Ziele notwendig ist. In diesem für das gewohnte Steuerungsverständnis fordernden Lernprozess zeichnen Holding und Tochterunternehmen ein gemeinsames Bild von Chancen und Risiken der Unternehmensstrategien und positionieren sich in ihren jeweiligen Rollen füreinander klarer. Das Verfahren der Steuerung im Dialog ist voraussetzungsvoll, d.h. alle Beteiligten sind in ihren persönlichen Haltungen gefordert, und in der Umsetzung wird ihnen ein entsprechendes Verhalten abverlangt.

So werden Unternehmenswerte reflektiert und neu betrachtet und die Holding-Geschäftsführung braucht eine glaubwürdig gewachsene kooperative Orientierung. Eine unternehmerische, eigenverantwortliche Grundhaltung der Geschäftsführung des Tochterunternehmens ist genauso gefordert wie die Bereitschaft beider Seiten, mit einem Vertrauensvorschuss in den Dialog zu gehen - der über einen persönlich gewachsenen Kontakt entsteht.

»Im Projekt konnten und können wir in den Kontakt gehen und die Wertebasis von HGDF ansprechen, ggf. verstärkt vermitteln. Das halten wir bei unserer langfristigen Ausrichtung für einen zentralen Erfolgsfaktor und werden den Steuerungs-Dialog mit den Tochterunternehmen verstetigen.« Andreas Dethleffsen als GF der Holding

*Die HGDF-Familienholding ist ein norddeutsches Familienunternehmen in einer über 275-jährigen Kaufmannstradition. Sie beschäftigt in der Gruppe rund 2.000 Personen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von gut 440 Millionen Euro.

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